Verfolgungspfad
Beteiligungsseminare
Wir führen seit 1999 einmal jährlich Beteiligungsseminare durch. Damit möchten wir sicherstellen, dass die Kinder und Jugendlichen unsere Einrichtung mit gestalten.
TeilnehmerInnen der Beteiligungsseminare sind je zwei Jugendliche und zwei MitarbeiterInnen aus den stationären Wohngruppen und die Heimleitung. Inhalt der zweitägigen Veranstaltungen ist zum Beispiel eine Bestandsaufnahme des geschriebenen und ungeschriebenen Regelkataloges aller Wohngruppen.
Unsere Grundhaltung dazu ist, dass Regeln Ausdruck der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der MitarbeiterInnen und Jugendlichen sind. Daneben ist uns jedoch wichtig, dass Unterschiedlichkeit nicht schlimmstenfalls zu Beliebigkeit wird und reale oder phantasierte „bessere“ oder „großzügigere“ Regeln der einen oder anderen Gruppe zu einer Art „Hitliste“ unter den Jugendlichen führen („Dort lebt man besser.“).
Die sich unterscheidenden Regeln werden im Folgenden von den Mitarbeitern begründet und die vorgetragenen Argumente erörtert.
So entstehen zum Beispiel Kleingruppen zu den Themen:
- Umgang mit Essen (Wann wird gegessen? Muss man am Essen teilnehmen? Kann man jederzeit Essen zubereiten? Wann gibt es Süßigkeiten? Wer kauft die Süßigkeiten ein? Wer entscheidet, was es zu essen gibt? Wie werden Festessen – z. B. Geburtstag, Weihnachten – gestaltet? etc.)
- Umgang mit Telefon und Haustürschlüssel (Warum hat nicht jede Gruppe ein Telefon für Jugendliche? Wer bezahlt Fehleinheiten? Wer erhält einen Haustürschlüssel? Wie ist der Umgang mit dem Zimmerschlüsseln?
- Umgang mit Gruppengesprächen (Ist das Gruppengespräch für alle verpflichtend? Wie häufig findet es statt? Welche Themen sollen dort besprochen werden?
Die Beteiligungsseminare enden damit, dass wir im Plenum die ausgearbeiteten Empfehlungen der Kleingruppen zusammentragen. Es werden Verabredungen getroffen, wie wir mit den Arbeitsergebnissen umgehen.