Zu Silvester: OB Eiskirch dankt Helfern für Einsatzbereitschaft

Eiskirch

2. Januar 2018

Besuch auch bei Overdyck

„Freistoß!“ Gut sieht es aus für die Portugiesen, die gerade gegen Frankreich kicken. Doch der Star der Truppe „versemmelt“ die Chance auf das 1:0; der Ball rauscht weit über die Latte hinweg. Die beiden Spieler an der PlayStation nehmen es gelassen. Die Szene könnte aus vielen Wohnzimmern stammen, doch sie ist eine Momentaufnahme an Silvester in der Jugendschutzstelle der Evangelischen Stiftung Overdyck.

Während sich im Wohnzimmer zwei Jugendliche an der Spielekonsole mit einem Länderspiel die Zeit bis Mitternacht verkürzen, unterhalten sich am Kaffeetisch im Nebenraum Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und Fachkräfte der Jugendschutzstelle: über die wichtige pädagogische Arbeit und den Dienst an Silvester.

„Ich möchte einfach einmal Danke sagen“, erklärt Thomas Eiskirch. „Für die meisten Menschen ist es normal, an Silvester nicht zu arbeiten und den Jahreswechsel mit Familie und Freunden zu verbringen. Im Sozialbereich ist das oftmals anders. Und auch wenn es zum Berufsbild dazu gehört, an Abenden, Wochenenden und Feiertagen für andere Menschen da zu sein – selbstverständlich ist dieser Dienst nicht.“

Viele engagieren sich in Bochum haupt- oder ehrenamtlich. Durch Schichtdienste ermöglichen sie es, dass Hilfseinrichtungen aller Art sieben Tage die Woche 24 Stunden für die Bürgerinnen und Bürger da sein können. Raimund Neumeister ist einer von ihnen.

In der Jugendschutzstelle bereitet der Erzieher mit den vier Jungen, die über die Festtage nicht nach Hause zu ihren Familien können oder wollen, alles für Raclette vor. „Wir schnippeln gemeinsam das Gemüse. Nach dem Essen legen wir noch eine Zockerrunde ein oder machen einen Filmabend. Das entscheiden wir gleich gemeinsam.“ Die vier Jungs im Wohnzimmer freuen sich drauf. „Ich habe jetzt schon Hunger. Wann geht’s denn los“, fragt einer gespannt. Für Mitternacht hat Sozialarbeiterin Andrea Görke eine Überraschung besorgt: „Ein kleines Jugendfeuerwerk“, verrät sie. Denn natürlich merken die 42-Jährige und ihr Kollege, dass der 31. Dezember kein Tag wie jeder andere ist. „Die Jugendlichen sind aufgeregt, Silvester ist etwas Besonderes“, beobachtet die Gruppenleiterin.

In dem Einfamilienhaus an der Günnigfelder Straße in Hordel finden Jugendliche Unterschlupf, wenn es Zuhause akut kriselt. „Alle neun Plätze hier sind belegt“, schildert Petra Hiller, Leiterin der Evangelischen Stiftung Overdyck. Vor allem über das Jugendamt kommen sie in einem der Einzel- oder Doppelzimmer unter. Oder die Polizei bringt sie, wenn diese daheim im Streit einschreiten musste. „Die Jugendlichen bleiben zwischen sechs Minuten und sechs Monaten bei uns“, sagt Andrea Görke. Denjenigen, die nicht fast sofort auf dem Absatz kehrtmachen, bietet die Einrichtung an, die Lebenssituation zu klären, an Problemen zu arbeiten und eine Perspektive zu entwickeln. Fünf hauptamtliche Kräfte sind dafür in der Jugendschutzstelle da, die eine Anlaufstelle der Stiftung ist, die sich in Bochum an verschiedenen Stellen für Kinder- und Jugendliche in Not engagiert.

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