Die „Rappelkiste“ ergänzt das Angebot

Inobhutnahmestelle Rappelkiste der Ev. Stiftung Overdyck
Vanessa Völlmecke, Jacqueline Schuchardt und Petra Hiller (von links) in einem der neuen Kinderzimmer, die einladend gestaltet wurden.

7. Januar 2020

Neue Inobhutnahmestelle der Evangelischen Stiftung Overdyck eröffnet

„Rappelkiste“ – der Name der neuen Einrichtung steht in bunten Buchstaben an der Tür. Am 1. Januar hat die Evangelische Stiftung Overdyck die Inobhutnahmestelle in Bochum eröffnet. „Hier haben wir fünf Plätze für Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren“, sagt Petra Hiller, Vorstand und Einrichtungsleitung der Stiftung. Pünktlich zum Start war alles fertig: die Kinderzimmer, das Spielzimmer, ein Gäste-Übernachtungszimmer für Eltern und die anderen Gemeinschaftsräume. Süße Stofftiere warten bereits auf die kleinen Gäste. Den ersten, einen vierjährigen Jungen, durften Vanessa Völlmecke und Jacqueline Schuchardt vom Rappelkiste-Team schon begrüßen.

Warum es sich bei den zukünftigen, jungen Bewohnerinnen und Bewohnern der Rappelkiste um Gäste handelt, erklärt Petra Hiller: „Die Kinder bleiben hier wenige Tage bis mehrere Monate. Unser oberstes Ziel ist immer die Rückführung in die Familie, nachdem die akute Krise bewältigt worden ist.“ Ist dies zu dem Zeitpunkt nicht möglich, wird nach weiteren Alternativen für das Kind gesucht.

Inobhutnahme

Für die Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen sind die Jugendämter zuständig. Sie sind dazu unter ganz bestimmten gesetzlichen Vorgaben verpflichtet – etwa wenn das Wohl der Kinder oder Jugendlichen durch Misshandlung oder Vernachlässigung akut gefährdet ist. Nach Informationen des Statistischen Bundesamtes und der Bundesregierung steigen die Fallzahlen seit Jahren an. Zuletzt nahmen sie bundesweit von 38.900 Kindern und Jugendlichen im Jahr 2017 auf 42.300 Kinder und Jugendliche im Jahr 2018 zu (Fälle ohne unbegleitet aus dem Ausland eingereiste Minderjährige). In Nordrhein-Westfalen kehren die Betroffenen in rund 40 Prozent der Fälle innerhalb des ersten Jahres wieder in ihre Familien zurück.

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