Wohngruppe erzeugt ihren Strom selbst

Inbetriebnahme Photovoltaikanlage Wohngruppe Im Everstal
(v.l.) Raimund Neumeister, Inhaber der Firma Solartechnik Neumeister, erklärt Gruppenleitung Benjamin Glebe und Vorstand Pfarrer Sven Pernak die Funktion von Wechselrichter und Speicher der Photovoltaikanlage der Wohngruppe „Im Everstal“.

7. Oktober 2020

Ev. Stiftung Overdyck errichtet Photovoltaikanlage. Diakonie-Ruhr-Verbund will klimafreundlicher werden und tritt Energieeffizienz-Netzwerk bei

Die Ev. Stiftung Overdyck und die Diakonie Ruhr werden zusammen umweltfreundlicher. Eine der ersten Maßnahmen wurde in Bochum-Langendreer umgesetzt: Auf dem Dach der Wohngruppe „Im Everstal“ der Ev. Stiftung Overdyck wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Zudem ist die Diakonie Ruhr dem zweiten Bochumer Energieeffizienz-Netzwerk beigetreten, um weitere Anregungen zu erhalten.

„Um Overdyck klimafreundlicher zu machen, hatten wir unter anderem die Idee, sauberen Strom selbst zu produzieren“, sagt Tobias Kellner, Bereichsleiter der Stiftung. Deshalb wurde geprüft, welche Immobilien für die Installation einer Photovoltaikanlage infrage kommen. Die Wohngruppe „Im Everstal“ war aufgrund ihres Flachdachs hervorragend geeignet. Mit den Solarpanelen auf dem Dach wird sie zum ökologischen Vorzeigeobjekt: Warmwasser wird in dem 2013 eröffneten Gebäude, in dem zehn Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren in Einzelzimmern leben, bereits von Anfang an mit einer Solarthermie erzeugt.

Die Photovoltaikanlage besteht aus 32 Solarmodulen, die zusammen fast 10.000 Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren, erklärt Raimund Neumeister, Inhaber der Firma Solartechnik Neumeister. „Das ist fast der gesamte Jahresverbrauch.“ Als Besonderheit verfügt die Anlage über einen Speicher, der einen Teil des überschüssigen Stroms auffangen kann, wenn mehr erzeugt wird als verbraucht. Der Rest wird ins Netz eingespeist.

„Wir hätten gerne auch eine größere Anlage errichtet, aber das ist letztlich an den gesetzlichen Rahmenbedingungen gescheitert“, bedauert Pfarrer Sven Pernak, Theologischer Vorstand der Ev. Stiftung Overdyck und im Konzernverbund Referent für Nachhaltigkeit. „Die machen es gemeinnützigen Organisationen schwerer, solche Investitionen zu tätigen.“

Die Reduzierung des Energieverbrauchs in Unternehmen hat sich das zweite Bochumer Energieeffizienz-Netzwerk auf die Fahnen geschrieben. Es wurde von den Stadtwerken ins Leben gerufen. Die Diakonie Ruhr gehört zu den Gründungsmitgliedern. Geschäftsführer Jens Koch und Sven Pernak unterschrieben beim ersten Netzwerktreffen in der Stadtwerke-Lounge des VfL Bochum den Vertrag.

Im gegenseitigen Austausch sollen Einsparpotenziale leichter erkannt, Synergien gehoben und Erfahrungen der Netzwerkpartner genutzt werden. Als Anreiz dient die Bilanz des ersten Bochumer Energieeffizienz-Netzwerks: Laut Angaben der Stadtwerke reduzierten die teilnehmenden Unternehmen ihren CO2-Ausstoß um insgesamt 2615 Tonnen pro Jahr und sparten mehr als acht Prozent Energie ein – Ergebnisse, die das zweite Netzwerk noch übertreffen möchte.

Die Diakonie Ruhr ist mit über 60 Diensten und Einrichtungen sowie 3000 Mitarbeitenden in Bochum, Witten, Dortmund und Lünen präsent. Schwerpunkte sind Altenhilfe, Behindertenhilfe, Suchtkrankenhilfe, Flüchtlingshilfe, Wohnungslosenhilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe. Als eines der größten Unternehmen der Sozialwirtschaft in der Region bietet sie viele Entwicklungsmöglichkeiten, sinnstiftende Aufgaben und sichere Berufsperspektiven.

Die Ev. Stiftung Overdyck ist der größte und älteste Kinder- und Jugendhilfeträger in Bochum. In über 25 Einrichtungen und Angeboten in und um Bochum werden über 300 Kinder, Jugendlichen und Familien im Rahmen ambulanter und stationärer Erziehungshilfe betreut und begleitet.

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