„Eine Auszeit. Eine sehr wichtige“

Das Team der Mädchenschutzstelle (v.l.): Gruppenleiterin Annett Zimmermann, Yvonne Richter, Manuela Dapprich, Lena Schößler, Jessica Schürmann, Anja Kampes. Daneben Petra Hiller, Leiterin Ev. Kinder- und Jugendheim Overdyck, und Ursula Borchert, Vorstand
Das Jaspis-Team (v.l.): Gruppenleiterin Annett Zimmermann, Yvonne Richter, Manuela Dapprich, Lena Schößler, Jessica Schürmann, Anja Kampes. Daneben Petra Hiller, Overdyck-Leiterin, und Ursula Borchert, Vorstand Ev. Kinder- und Jugendheim Overdyck.

2. September 2011

Seit zehn Jahren arbeitet die Mädchenschutzstelle „Jaspis“ der Stiftung Overdyck

„Es war kein Fehler. Es war, was ich brauchte. Eine Auszeit. Eine sehr wichtige“, schrieb ein Mädchen nach ihrem Aufenthalt in das Gästebuch der Mädchenschutzstelle „Jaspis“. Die Einrichtung nimmt seit zehn Jahren Mädchen auf, die aufgrund von Krisen im Moment nicht in ihren Familien leben können. Einige Mädchen haben körperliche oder seelische Gewalt erlebt. „Oberste Priorität hat der Schutz und die Sicherheit der Mädchen“, erklärt Petra Hiller, Leiterin des Ev. Kinder- und Jugendheims Overdyck. Daneben können die Mädchen in dem Haus im Bochumer Norden zur Ruhe kommen und Unterstützung und Beratung erfahren.

„Die Zahl der Kinder in Schutzmaßnahmen ist auf einem neuen Höchststand“, sagte Petra Hiller, anlässlich des Jubiläums. „Jaspis“ ist keine Ausnahme. 130 Mädchen nahm die Einrichtung im vergangenen Jahr auf. Das ist der höchste Stand seit der Gründung.

Die Gründe für eine Aufnahme in der Mädchenschutzstelle können vielfältig sein: „Wir sehen, dass immer mehr Mädchen aufgenommen werden, weil Eltern dem Verhalten ihres Kindes zunehmend ratlos gegenüberstehen“, erklärt Petra Hiller. Aber auch Beziehungsprobleme der Eltern, Vernachlässigung, Anzeichen von Misshandlungen oder Verhaltensauffälligkeiten der Kinder können Auslöser sein. „Jaspis“ muss Mädchen gerecht werden, die aufgrund von Gewalterfahrungen viel Wärme, Zuneigung und Anregung brauchen. Andererseits leben Mädchen in der Schutzstelle, die immer wieder Grenzen übertreten haben und klare Regeln und Strukturen brauchen.

„Jaspis“ ist eine Diagnose- und Clearingstelle speziell für Mädchen zwischen elf und 17 Jahren. „Jaspis“ nimmt an 365 Tagen und Nächten im Jahr in Krisensituationen auf und versucht gemeinsam mit allen beteiligten Personen eine Perspektive zu erarbeiten. Der Aufenthalt kann zwischen wenigen Minuten und einigen Monaten dauern. Das hängt ganz von der Geschichte des Mädchens ab. Das Team der Schutzstelle besteht ausschließlich aus Frauen.

Eröffnet wurde die Einrichtung am 1. September 2001 mit sieben Plätzen und nahm im vergangenen Jahr 130 Mädchen auf. Im Lauf der zehn Jahre sind die aufgenommenen Mädchen jünger geworden. 2002 waren die Mädchen im Schwerpunkt zwischen 15 und 17, 2010 lag das Alter oft zwischen 13 und 15 Jahren. Die Mädchen kommen vor allem durch Vermittlung des Jugendamtes zu „Jaspis“, aber auch die Zahl der Polizeianfragen und der Selbstmelderinnen steigt.

Das Ev. Kinder- und Jugendheim Overdyck bietet Angebote in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe schwerpunktmäßig in Bochum. Dazu gehören im stationären Bereich Wohngruppen, Schutzstellen, Diagnosegruppen und Beratungsangebote. Zu den ambulanten Angeboten zählen zwei Ambulante Jugendhilfezentren, der Internationale Mädchentreff (jeweils in Kooperation mit ViA Bochum) und der Ambulante Dienst. An zwei Förderschulen bietet Overdyck eine Betreuung im Rahmen der Offenen Ganztagsschule an.

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