Was heißt Armut für Kinder?

Die fünf Diakonie-Reporterinnen: von links: Kati, Sophia, Cassandra, Malika, Corinna. (Fotografin: Anke Lehmann-Echternacht)
Die fünf Diakonie-Reporterinnen: von links: Kati, Sophia, Cassandra, Malika, Corinna. (Fotografin: Anke Lehmann-Echternacht)

18. Juni 2008

Zum Jugendhilfetag gehen Mädchen der Stiftung Overdyck in einem Filmprojekt der Kinderarmut auf den Grund

Auf der Fachmesse des 13. Kinder- und Jugendhilfetages in Essen interviewen am 18. und 19. Juni fünf Mädchen der Stiftung Overdyck als Diakonie-Reporterinnen Fachleute der Jugendhilfe. Mit Mikrophon und Kamera stellen sie Fragen zum Thema Kinderarmut. Die gesammelten Filminterviews werden währenddessen fortlaufend geschnitten und am Messestand des Diakonischen Werkes von Westfalen gezeigt. Die Idee für das Filmprojekt hatte die Filmemacherin Anke Lehmann-Echternacht in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Westfalen. „Mithilfe des Films kommen unsere Mitarbeiter auf dem Messestand besser mit den Besuchern über das Thema Kinderarmut ins Gespräch“, erklärt Geschäftsführerin Maria Loheide.

Die Leiterin der Stiftung Overdyck, Petra Hiller, unterstützt das Filmprojekt. „Mit einer Filmkamera Fachleute zu einem gesellschaftlich brisanten Thema wie Kinderarmut zu befragen, das stärkt das Selbstbewusstsein der Jugendlichen. Und gleichzeitig sprechen die Fachleute nicht nur über Jugendliche, sondern auch mit ihnen.“

Bereits vergangenen Freitag waren die fünf Mädchen in der Bochumer Innenstadt unterwegs. Sie hatten Passanten gefragt, was sie über Kinderarmut wüssten und was man dagegen unternehmen könne. „Die Mädchen waren klasse“, berichtet Anke Lehmann, die das Projekt mit den 15- bis 16-jährigen Mädchen im Auftrag des Diakonischen Werkes in Westfalen umsetzt. „Sie sind selbstbewusst und freundlich auf die Leute zugegangen.“

Die Filmemacherin und Fernsehautorin hatte die Jugendlichen zu Beginn besucht. „Sie waren bereits bei unserem ersten Treffen gut informiert“, sagt Anke Lehmann. „Sie hatten alle eine Vorstellung davon, was Armut für Kinder bedeuten kann.“ Während der Interviews stellten die Mädchen fest, dass es gar nicht so leicht ist mit Passanten ins Gespräch zu kommen und dass es sehr unterschiedliche Meinungen und Definitionen gibt, was Armut ist. Die jungen Reporterinnen sind aber sicher, dass sie einige Menschen, die sich bisher gar keine Gedanken über dieses Thema gemacht haben, zum Nachdenken angeregt haben.

Die Stiftung Overdyck arbeitet mit verschiedenen ambulanten und stationären Angeboten in der erzieherischen Jugendhilfe. Träger der Stiftung ist die Diakonie Ruhr.

Zum Foto: „Die fünf Diakonie-Reporterinnen“, von links: Kati, Sophia, Cassandra, Malika, Corinna. Fotografin: Anke Lehmann-Echternacht

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