25 Jahre Hilfe bei Kindeswohlgefährdung

Das Team der Jugendschutzstelle mit Diakonie-Vorstand Peter Scheffler (2. v.r.) und Petra Hiller, Leiterin des Kinder- und Jugendheims Overdyck (Mitte)
Das Team der Jugendschutzstelle mit Diakonie-Vorstand Peter Scheffler (2. v.r.) und Petra Hiller, Leiterin des Kinder- und Jugendheims Overdyck (Mitte)

18. November 2008

Jubiläum der Jugendschutzstelle in der Günnigfelder Straße

Seit 25 Jahren ist die Jugendschutzstelle in der Günnigfelder Straße die erste Anlaufstelle, wenn das Wohl eines Kindes oder Jugendlichen in der Familie gefährdet ist. „Die Jugendschutzstelle ist eine Übergangslösung. Manchmal geht es nur um eine Auszeit, eine räumliche Trennung in der Familie. Dadurch können Sehnsucht und Wertschätzung füreinander wieder neu entstehen“, erklärt Petra Hiller, Leiterin des Kinder- und Jugendheims Overdyck, das die Schutzstelle trägt.

Die Jugendschutzstelle steht zum einen Jugendlichen offen, die als sogenannte „Selbstmelder“ um eine Aufnahme bitten. Zum anderen ist die Einrichtung die erste Anlaufstelle für die Polizei, die Jugendliche aufgreift, die nicht in die Familie zurückgebracht werden können. Außerdem vermittelt das Jugendamt Jugendliche in die Günnigfelder Straße, wenn das Kindeswohl in der Familie gefährdet ist.

Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren. Wie lang die Jugendlichen in der Einrichtung bleiben, hängt von jedem Einzelnen an. „Die Jugendlichen bleiben zwischen einem Tag und drei Monaten“, sagt Gruppenleiterin Andrea Görke. Ein Zwang im Haus zu bleiben, besteht nicht. „Jemand, der nicht hier sein will, bleibt nicht hier“, sagt Görke.
Im Laufe der Zeit hat sich das Konzept der Einrichtung geändert. Heute bietet das Team der Jugendschutzstelle im Bedarfsfall ein Clearing an. Das heißt: mit dem Jugendlichen, den Eltern und auch dem Jugendamt werden klärende Gespräch geführt, die eine neue Perspektive aufzeigen.
„Auch die Zeit, die die Jugendlichen in der Einrichtung bleiben, ist heute viel kürzer als in den ersten Jahren. Außerdem sehen wir heute multiple Probleme in den Familien. Wenn zur Arbeitslosigkeit der Eltern etwa noch Alkoholproblem kommt, kann die Situation für die Kinder in der Familie schon eskalieren“, sagt Andrea Görke

Der nächste Schritt nach der Jugendschutzstelle ist zum Beispiel der Weg zurück nach Hause, in eine betreute Wohnform oder in eine eigene Wohnung. Wichtig ist für den Jugendlichen selbst eine Perspektive zu erarbeiten. „Das erste Ziel ist für uns eine Rückführung in die Familie“, sagt Andrea Görke.

Zurück zur vorherigen Seite